Die Koloskopie (Darmspiegelung) ist eine der wichtigsten Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs und dessen Vorstufen sowie zur Abklärung zahlreicher Beschwerden und Erkrankungen des Dickdarms.

Um die Untersuchung für Sie so angenehm wie möglich zu gestalten, wird die Koloskopie unter intravenöser Sedierung durchgeführt. Dadurch sind Sie während der Untersuchung entspannt bzw. schläfrig und bekommen von der Darmspiegelung in der Regel wenig mit.

Die Aufklärung, Vorbereitung und Planung erfolgen in meiner Ordination in Horn. Die eigentliche Koloskopie wird ambulant im Landesklinikum Waidhofen an der Thaya durchgeführt.

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Wann ist eine Koloskopie sinnvoll?

Die Untersuchung

Darmkrebsvorsorge: Die Koloskopie spielt eine zentrale Rolle bei der Früherkennung und Vorbeugung von Darmkrebs. Dabei können Vorstufen von Darmkrebs, insbesondere bestimmte Darmpolypen, erkannt und häufig bereits während derselben Untersuchung entfernt werden. Bestehen Beschwerden, ein auffälliger Stuhltest, eine familiäre Belastung oder andere Risikofaktoren, kann eine Koloskopie unabhängig vom Alter medizinisch erforderlich sein.

Vor Beginn der Untersuchung erhalten Sie über einen venösen Zugang ein Medikament zur Sedierung. Dadurch werden Sie schläfrig und entspannt und bekommen von der Darmspiegelung in der Regel wenig mit. Während der Untersuchung werden Ihre Vitalfunktionen überwacht.

Anschließend wird ein dünnes, flexibles Endoskop vorsichtig über den After eingeführt und durch den Dickdarm vorgeschoben. Ziel einer vollständigen Koloskopie ist die Untersuchung des gesamten Dickdarms bis zum Blinddarm. Bei entsprechender Fragestellung kann zusätzlich der letzte Abschnitt des Dünndarms beurteilt werden.

Polypenentfernung und Gewebeproben: Viele Darmpolypen können bereits während der Untersuchung vollständig entfernt werden. Dies ist für die Darmkrebsvorsorge besonders wichtig, da sich aus bestimmten Polypen im Laufe der Zeit Darmkrebs entwickeln kann. Bei größeren, komplexen oder hinsichtlich einer bösartigen Veränderung verdächtigen Polypen kann jedoch ein gesondert geplanter endoskopischer Eingriff erforderlich sein. Bei entzündlichen oder anderweitig auffälligen Veränderungen können Gewebeproben (Biopsien) entnommen und anschließend histologisch untersucht werden.

Koloskopie vor proktologischen Eingriffen: Eine Koloskopie ist nicht grundsätzlich erforderlich, um Hämorrhoiden zu diagnostizieren oder eine Hämorrhoidenoperation zu planen. Sie kann jedoch sinnvoll sein, wenn beispielsweise Blut im Stuhl nicht eindeutig einer proktologischen Ursache zugeordnet werden kann, Veränderungen der Stuhlgewohnheiten bestehen, eine Darmkrebsvorsorge ohnehin angezeigt ist, eine familiäre Belastung für Darmkrebs besteht oder weitere Beschwerden eine Untersuchung des Dickdarms erforderlich machen.

Welche Erkrankungen können bei einer Koloskopie erkannt werden?

Darmpolypen und Adenome

Darmpolypen sind Schleimhautveränderungen, die häufig keinerlei Beschwerden verursachen. Bestimmte Polypen können Vorstufen eines Darmkrebses darstellen. Werden sie rechtzeitig erkannt und entfernt, kann dadurch das Risiko einer späteren Krebsentstehung reduziert werden.

Darmkrebs

Bei der Koloskopie können Darmkrebs und dessen Vorstufen erkannt werden. Verdächtige Veränderungen können gezielt biopsiert und anschließend histologisch untersucht werden.

Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Dickdarms. Mit der Koloskopie können Ausmaß und Aktivität der Entzündung beurteilt und Gewebeproben entnommen werden.

Morbus Crohn

Bei Morbus Crohn kann insbesondere der Dickdarm und häufig auch der letzte Abschnitt des Dünndarms betroffen sein. Die Koloskopie mit Biopsien ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik und Verlaufskontrolle.

Mikroskopische Kolitis

Bei länger anhaltendem wässrigem Durchfall kann eine mikroskopische Kolitis vorliegen. Da die Darmschleimhaut dabei endoskopisch normal aussehen kann, sind gezielte Gewebeproben aus verschiedenen Abschnitten des Dickdarms besonders wichtig.

Divertikel und Divertikelkrankheit

Bei einer Koloskopie können Divertikel, also Ausstülpungen der Darmwand, erkannt werden. Nach einer akuten Divertikulitis kann je nach Verlauf eine Koloskopie zur weiteren Abklärung sinnvoll sein. Sie wird jedoch nicht während der akuten Entzündungsphase durchgeführt.

Stenosen

Verengungen des Dickdarms können verschiedene Ursachen haben, beispielsweise Entzündungen, Narben oder Tumorerkrankungen. Eine Koloskopie ermöglicht die direkte Beurteilung und gegebenenfalls die Entnahme von Gewebeproben.

Blutungsquellen im Darm

Bei sichtbarem oder nicht sichtbarem Blut im Stuhl kann eine Koloskopie helfen, die Ursache zu finden. Mögliche Blutungsquellen sind unter anderem Polypen, Entzündungen, Divertikel, Gefäßveränderungen oder Tumorerkrankungen.

Ablauf — von der Erstvorstellung bis zur letzten Kontrolle

  1. 01

    Aufklärung und Vorbereitung in der Ordination in Horn

    Vor der Darmspiegelung findet ein persönliches Beratungsgespräch in meiner Ordination in Horn statt. Besprochen werden Ihre Beschwerden und Krankengeschichte, vorhandene Vorbefunde, die Indikation zur Koloskopie, der Ablauf der Untersuchung, mögliche Risiken und Alternativen sowie Ihre Medikamente; die Darmvorbereitung wird ausführlich erklärt. Die für die Darmreinigung notwendige Vorbereitungslösung erhalten Sie bei der Aufklärung für zu Hause. Falls erforderlich, können die notwendigen Laboruntersuchungen ebenfalls in der Ordination durchgeführt werden.

  2. 02

    Medikamente und Blutverdünnung

    Wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen, wird individuell festgelegt, ob und wie die Medikation vor der Untersuchung angepasst werden muss. Bitte setzen Sie blutverdünnende Medikamente niemals selbstständig ab.

  3. 03

    Darmvorbereitung

    Damit die Darmschleimhaut zuverlässig beurteilt werden kann, muss der Dickdarm vor der Untersuchung vollständig gereinigt sein. Sie erhalten bei der Aufklärung genaue schriftliche Anweisungen zur Ernährung und zur Einnahme der Vorbereitungslösung. Eine gute Darmreinigung ist entscheidend für die Qualität der Untersuchung und dafür, dass auch kleine Polypen oder andere Veränderungen erkannt werden können.

  4. 04

    Koloskopie im Landesklinikum Waidhofen an der Thaya

    Die eigentliche Darmspiegelung wird ambulant im Landesklinikum Waidhofen an der Thaya durchgeführt.

  5. 05

    Nach der Untersuchung

    Nach der Untersuchung bleiben Sie zunächst für eine kurze Zeit unter Beobachtung, bis Sie sich ausreichend von der Sedierung erholt haben. Da Ihre Reaktionsfähigkeit vorübergehend eingeschränkt sein kann, dürfen Sie anschließend kein Fahrzeug lenken; eine Abholung bzw. Begleitperson ist daher erforderlich. Wann Sie wieder essen und trinken dürfen, hängt vom Ablauf der Untersuchung und von möglichen zusätzlichen Maßnahmen ab. Leichte Blähungen oder ein Druckgefühl im Bauch können vorübergehend auftreten.

  6. 06

    Befund und Nachbesprechung

    Den unmittelbaren endoskopischen Befund kann ich Ihnen in der Regel bereits nach der Untersuchung erklären. Wurden Polypen oder Gewebeproben entnommen, werden diese anschließend histologisch untersucht. Nach Vorliegen der Histologie erfolgt die endgültige Befundbesprechung telefonisch oder persönlich in meiner Ordination. Falls weitere Untersuchungen, Kontrollkoloskopien oder eine Behandlung notwendig sind, werden die nächsten Schritte individuell geplant.

Wo die Behandlung stattfindet

Aufklärung, Vorbereitung und Befundbesprechung finden in der Ordination in Horn statt, die Untersuchung selbst ambulant im Landesklinikum Waidhofen an der Thaya.

Kosten

LeistungHonorar
Koloskopie: Darmspiegelung mit Sedierung und CO₂ zur Untersuchung des Dickdarms und – sofern medizinisch erforderlich und technisch möglich – des terminalen Ileums. € 450
Gastroskopie + Koloskopie: kombinierte Magen- und Darmspiegelung mit Sedierung. € 600
Polypenentfernung: werden bei der Koloskopie geeignete Darmpolypen festgestellt, können diese – abhängig von Größe, Lokalisation und medizinischer Beurteilung – im Rahmen der Untersuchung entfernt werden. € 80
Die Untersuchung erfolgt als Wahlarztleistung. Sie erhalten eine Honorarnote, die Sie bei Ihrer Krankenkasse einreichen können. Voruntersuchung, Aufklärung und Nachbefundbesprechung in der Ordination sind im Honorar inkludiert. Die Zahlung erfolgt ausschließlich per Banküberweisung. Nach bisherigen Erfahrungswerten werden bei einer Endoskopie häufig etwa 50–80 % des Privathonorars rückerstattet. Diese Angabe dient ausschließlich als unverbindliche Orientierung; die tatsächliche Rückerstattung kann höher oder niedriger ausfallen und kann nicht garantiert werden.

Gesamte Honorarliste ansehen →

Häufige Fragen

Ab welchem Alter und in welchem Abstand ist die Vorsorgekoloskopie sinnvoll?

Nach dem aktuellen österreichischen Vorsorgeprogramm wird die Darmkrebsvorsorge ab dem 45. Lebensjahr angeboten. Bei durchschnittlichem Risiko und unauffälligem Befund kann eine Vorsorgekoloskopie grundsätzlich alle zehn Jahre durchgeführt werden. Bei einer familiären Belastung ist eine deutlich frühere und engmaschigere Vorsorge notwendig — dazu berate ich Sie individuell.

Ist die Untersuchung schmerzhaft?

Die Untersuchung erfolgt in Sedoanalgesie, einer Beruhigung mit Schmerzreduktion. Die meisten Patientinnen und Patienten nehmen die Untersuchung dadurch nicht bewusst wahr. Durch die CO2-Insufflation ist auch das Druckgefühl danach geringer als bei Verwendung von Raumluft.

Darf ich nach der Untersuchung selbst nach Hause fahren?

Nein. Am Untersuchungstag dürfen Sie wegen der Sedierung kein Fahrzeug lenken und keine gefährlichen Tätigkeiten ausführen. Bitte bringen Sie eine Begleitperson mit.

Wie läuft die Darmvorbereitung ab?

Sie erhalten die Spüllösung und eine genaue Anleitung bereits beim Aufklärungsgespräch in der Ordination. Die Vorbereitung beginnt am Vortag. Eine gründliche Reinigung ist die Voraussetzung dafür, dass die Schleimhaut vollständig beurteilt werden kann — bei unzureichender Vorbereitung muss die Untersuchung unter Umständen wiederholt werden.

Was passiert, wenn Polypen gefunden werden?

Polypen werden in der Regel während derselben Untersuchung entfernt und feingeweblich untersucht. Ein zweiter Termin ist dafür nicht nötig. Das Ergebnis wird bei der Befundbesprechung in der Ordination erklärt, gemeinsam mit dem empfohlenen Kontrollintervall.

Was ist, wenn ich Blutverdünner nehme?

Bitte bringen Sie eine vollständige Medikamentenliste zum Aufklärungsgespräch mit. Ob und wann ein blutverdünnendes Medikament pausiert wird, wird individuell und in Abstimmung mit dem verordnenden Arzt festgelegt. Setzen Sie ein solches Medikament bitte niemals eigenmächtig ab.

Ändert sich der Zeitpunkt, wenn in meiner Familie Darmkrebs aufgetreten ist?

Ja. Bei einem erstgradigen Angehörigen — Eltern, Geschwister oder Kinder — mit Darmkrebs wird das individuelle Risiko beurteilt. Als international etablierte Orientierung gilt, mit der Vorsorge ab dem 40. Lebensjahr oder zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des jüngsten betroffenen Familienmitglieds zu beginnen — je nachdem, welcher Zeitpunkt früher liegt. Das weitere Untersuchungsintervall richtet sich nach Anzahl und Alter der betroffenen Angehörigen sowie nach dem eigenen Koloskopiebefund. Bei mehreren Erkrankungsfällen oder sehr jungem Erkrankungsalter wird zusätzlich an ein erbliches Tumorsyndrom gedacht und gegebenenfalls eine genetische Beratung veranlasst.

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