Diagnostik und operative Versorgung von Leistenbrüchen
Bei einem Leistenbruch tritt Bauchfell oder Darm durch eine Lücke in der Bauchwand im Bereich der Leiste. Die Abklärung erfolgt in der Ordination in Horn, die Operation tagesklinisch oder stationär im Landesklinikum — geplant und nachbetreut von der Ordination aus.
Die Untersuchung erfolgt im Stehen und im Liegen, in Ruhe und beim Pressen oder Husten. Beurteilt werden Lage und Größe der Bruchlücke, die Frage, ob sich der Bruchinhalt zurückschieben lässt, sowie die Gegenseite — nicht selten findet sich dort ein zweiter, noch unbemerkter Bruch.
Unterschieden werden die indirekte und die direkte Leistenhernie sowie die seltenere Schenkelhernie. Diese Einordnung fließt gemeinsam mit Größe, Beschwerden und Ihrem Allgemeinzustand in die Wahl des Verfahrens ein. Bei unklarem Befund oder bei Beschwerden ohne tastbare Vorwölbung kann eine Ultraschalluntersuchung ergänzt werden.
Erhoben werden außerdem Vorerkrankungen, Voroperationen im Bauchraum und Medikamente, insbesondere Blutverdünner. Diese Angaben bestimmen mit, ob ein laparoskopisches Vorgehen möglich ist und wie die Vorbereitung aussieht.
Im Anschluss werden Operationsverfahren, Ablauf, Nachsorge und Kosten besprochen. Ein Leistenbruch bildet sich nicht von selbst zurück; ob und wann operiert wird, ist dennoch eine gemeinsame Entscheidung.
Minimalinvasives Verfahren über drei kleine Zugänge. Die Bruchlücke wird von innen mit einem Netz gedeckt. Der Zugang erlaubt es, in derselben Operation auch einen Bruch der Gegenseite zu versorgen. Der Eingriff erfolgt in Allgemeinnarkose.
Bewährte Technik über einen Schnitt in der Leiste, mit Netzimplantation zur Verstärkung der Bauchwand. Sie kommt insbesondere bei Voroperationen im Bauchraum oder wenn eine Allgemeinnarkose vermieden werden soll in Betracht.
Untersuchung, Festlegung der Operationsindikation, Besprechung der Verfahren, des Ablaufs und der Kosten.
Etwa zwei Wochen vor dem geplanten Operationstermin erfolgt die ambulante Vorstellung im Landesklinikum Waidhofen an der Thaya: Anästhesiegespräch und die notwendigen Untersuchungen zur Operationsfreigabe.
Der Eingriff erfolgt ambulant im Krankenhaus. Nach der Operation werden Sie im Aufwachbereich überwacht und können am Nachmittag wieder nach Hause.
Schonung bei gleichzeitig früher Mobilisation: Gehen ist erwünscht, schweres Heben und Pressen sind zu vermeiden. Ein Spannungsgefühl und ein Bluterguss im Operationsgebiet sind üblich. Nach einer unkomplizierten Leistenhernienoperation ist frühe Mobilisation ausdrücklich erwünscht. Normales Gehen und leichte Alltagsaktivitäten sind bereits unmittelbar nach der Operation möglich. Duschen ist normalerweise möglich, sobald der Wundverband bzw. die verwendete Wundversorgung dies erlaubt. Für das Autofahren gibt es keinen festen postoperativen Tag. Entscheidend ist, dass Sie schmerzfrei genug sind, keine beeinträchtigenden Schmerzmittel einnehmen und eine plötzliche Notbremsung sicher durchführen können. Schwere Lasten sollten in den ersten 4 Wochen vermieden werden; als Orientierung gilt ein maximales Hebegewicht von 5 kg.
Am zehnten Tag nach der Operation erfolgt die Kontrolle einschließlich Entfernung der Nähte in der Ordination. Bitte vereinbaren Sie diesen Termin frühzeitig telefonisch.
Abklärung, Operationsplanung und Nachkontrolle finden in der Ordination in Horn statt. Die Operation erfolgt im Landesklinikum Waidhofen an der Thaya oder im Landesklinikum Horn.
| Leistung | Honorar |
|---|---|
| A. Chirurgische Beratung, Untersuchung & Diagnostik | |
| Erstvorstellung: ausführliche Anamnese, persönliche chirurgische Beratung, klinische Untersuchung, Befundbesprechung, Rezeptausstellung und Therapieplanung. Falls erforderlich, zusätzlich Ultraschalluntersuchung, Laboruntersuchungen und EKG sowie die Planung weiterführender Untersuchungen oder einer Operation. | € 200 |
| C. Tagesklinische Operationen im Landesklinikum Waidhofen an der Thaya | |
| Leistenbruchoperation – offen oder laparoskopisch | € 350 |
| D. Stationäre Operationen im Landesklinikum Horn | |
| Leistenbruchoperation | € 350 |
Ein Leistenbruch bildet sich nicht von selbst zurück und wird über die Jahre eher größer. Ob und wann operiert wird, hängt von Beschwerden, Größe und Ihrem Allgemeinzustand ab und wird gemeinsam entschieden.
Wenn sich der Bruchinhalt nicht mehr zurückschieben lässt und starke Schmerzen, Übelkeit oder Erbrechen bestehen, kann die Durchblutung des eingeklemmten Gewebes beeinträchtigt sein. Das ist ein Notfall und erfordert die sofortige Vorstellung in einem Krankenhaus.
Die tagesklinische Versorgung ist so geplant, dass Sie am Nachmittag desselben Tages wieder nach Hause können. Ob das für Sie infrage kommt, wird beim Anästhesiegespräch anhand von Vorerkrankungen und häuslicher Betreuung beurteilt.
Bei beiden angebotenen Verfahren wird die Bauchwand mit einem Netz verstärkt. Das Netz verringert das Risiko eines erneuten Bruchs an derselben Stelle deutlich und ist heute der Standard bei Erwachsenen.
Nach einer TAPP-Operation sind leichte Alltagsaktivitäten und Gehen sofort möglich; die Belastung kann in den folgenden Tagen schrittweise gesteigert werden. Leichter Sport ist bei Beschwerdefreiheit häufig nach ungefähr 2 Wochen möglich. Schweres Krafttraining und größere Lasten werden ebenfalls schrittweise und abhängig von Schmerzen und Heilungsverlauf wieder aufgenommen.
Auch nach einer offenen Lichtenstein-Operation ist eine frühe Mobilisation erwünscht. Aufgrund der größeren inguinalen Wunde bestehen jedoch häufig etwas länger lokale Schmerzen als nach TAPP. Daher erfolgt die Rückkehr zu Sport und schwerer körperlicher Belastung bei vielen Patientinnen und Patienten etwas langsamer — üblicherweise 4 bis 6 Wochen nach der Operation.
In beiden Fällen gilt in den ersten 4 Wochen ein maximales Hebegewicht von etwa 5 kg.
Ein erneuter Bruch an derselben Stelle ist möglich, aber selten. Die Netzverstärkung dient genau dieser Vorbeugung. Rauchen, starkes Übergewicht und chronischer Husten erhöhen das Risiko.
Beim laparoskopischen Verfahren ist das über dieselben Zugänge möglich. Ob es sinnvoll ist, wird anhand des Befundes besprochen.